Wiesbadener Judoka lassen Saison auslaufen
29.08.06: 11:57
Von: Wiesbadener Kurier/Tagblatt: Henning Kunz
Die Judo-Bundesliga bleibt eine Zweiklassengesellschaft und der Judo-Club Wiesbaden weiß genau, wo er sich einzuordnen hat. Die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft sind für den hessischen Erstligisten kein Thema, so lange etwa ein Gegner wie KSV Esslingen mit dem doppelten Etat und den entsprechend besseren Möglichkeiten auf den Tatami geht. Esslingen, das den JCW 10:4 von der Matte fegte, gehört der Mittelklasse an, "in dieser Liga gibt es noch ganz andere Kaliber", sagt JCW-Coach Philipp Eckelmann, "uns ist die Außenseiterrolle bewusst".
Weil für diesen Außenseiter JC Wiesbaden nach oben so gut wie nichts mehr geht, gleichwohl der Klassenverbleib gesichert ist, lassen sie nun die Saison auslaufen. "Eigentlich", so Eckelmann, "konzentrieren wir uns ab jetzt voll und ganz auf die nächste Saison, in der wir andere Ziele verfolgen." Nur: Mit dem Mini-Etat werden große Sprünge weiterhin nicht möglich sein.
Der Kampf in Esslingen verlief wie erwartet. Der eingeflogene Vize-Europameister Roberto Meloni (bis 90kg) aus Rom punktete doppelt. Nationalkämpfer Manuel Müller hat noch seine liebe Mühe, sich in der neuen Klasse bis 73 Kilogramm zurechtzufinden, unterlag zweimal Thomas Kessler. Für die einzige Überraschung sorgte im finalen Kampf Eckelmann selbst, der den internationalen Topathleten George Gustava bezwang. Blöd für den JCW, das solche Überraschungen in der Bundesliga so selten vorkommen.
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