Silber nach Marathon: JCW-Judoka Manuel Müller im Finale gestoppt
16.10.07: 18:23
Von: Wiesbadener Kurier
NEUHOF Vermutlich war es der längste Kampf seiner Judo-Karriere. Nachdem in den regulären vier Minuten dieses Finales um die Deutsche Meisterschaft bis 73 Kilogramm keine Entscheidung gefallen war, gingen der Wiesbadener Manuel Müller und sein Konkurrent Wolfgang Ammoussou (Bottrop) bereits in die fünfte Minute der Verlängerung. Während JCW-Coach Philipp Eckelmann überlegte, "schon mal am Mattenrand ein Sauerstoffzelt aufzubauen", reagierte der Konkurrent aus Nordrhein-Westfalen bei Müllers Kontertechnik eine Millisekunde zeitiger, beförderte den Wiesbadener auf den Boden und holte Gold. Müller, 2004 und 2005 DM-Dritter bis 66kg, blieb Silber.
Das war auch von Anfang an sein Ansinnen. Eine Medaille sollte es sein für den ehemaligen Nationalkämpfer, der in der Bundesliga-Saison der überragende Athlet des Judo-Club Wiesbaden gewesen war, nur zwei Duelle verloren hatte.
In Neuhof fegte Müller seine ersten drei DM-Gegner flott vom Tatami. Andre Föbus aus Dortmund nach einer Minute und zehn Sekunden. Den Berliner Michael Stoeter nach drei Minuten und Axel Frankenberg (Halle) nach 1:16. Im Eiltempo ins Halbfinale, in dem wiederum Trainingspartner Florin Petrehele alles abverlangte. "Aber auch diese schwere Aufgabe löste Manuel mit Bravour", sagte Eckelmann, der sich selbst nach einem Kampf von den Titelkämpfen verabschiedete. Müller schaffte den Sprung ins Finale - erst am Rande der Erschöpfung wurde er gestoppt.
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