Nach dem Neustart in die Zweite Bundesliga
06.02.09: 22:38
Von: Wiesbadener Kurier: Anja Riffel
Zurück in die Zukunft: Nach drei Jahren in der Regionalliga peilt der Judo-Club Wiesbaden mit seinem Frauenteam den Aufstieg in die Zweite Bundesliga an.
Im Jahr 2005 musste der Verein das Team aus finanziellen Gründen aus der Ersten Liga zurückziehen. JCW-Trainer Alexander Grautegein freut sich auf den Neustart, "denn wir haben wieder einige konkurrenzfähige Kämpferinnen beisammen". Während der Lokalrivale Kim-Chi-Wiesbaden in der Ersten Liga um die Deutsche Meisterschaft kämpft, gibt man sich beim JCW bescheidener. Grautegein: "Wir denken erst einmal nur an die Zweite Liga."
Schon im vergangenen Jahr hätte der Club den Aufstieg fast geschafft. Doch die Konkurrenten aus Offenbach und Altdorf machten den Wiesbadenerinnen einen Strich durch die Rechnung. "Beide Mannschaften verfügen über sehr viel Erfahrung. Die fehlt unserem jungen Team noch ein bisschen, deshalb hat es für uns diesmal noch nicht gereicht", erklärt Grautegein. Trotz der Ambitionen ist ihm wichtig, das Team "von unten aufzubauen, auch wenn das ein harter Weg ist".
Dabei setzt er in erster Linie auf den eigenen Nachwuchs. Der JCW sei ja schließlich einer der größten Judo-Vereine in Deutschland und könne sich über Nachwuchsmangel nicht beklagen. Große Hoffnungen ruhen unter anderem auf der 17 Jahre alten Lisanne Sturm, die bei den Deutschen U-20-Meisterschaften 2008 den dritten Platz errang. Dennoch wird der JCW in der Regionalliga nicht ausschließlich mit heimischen Kämpferinnen auflaufen. "Die Mädchen in Wiesbaden scheinen nicht so viel zu essen. In den höheren Gewichtsklassen ab 70 Kilo sieht es bei uns nämlich schlecht aus. Deswegen werden wir vielleicht die eine oder andere Kämpferin aus einem anderen Verein ausleihen. Genaueres steht aber noch nicht fest", sagt Grautegein.
Über ihre finanzielle Situation müssen sich die Judoka momentan keine Sorgen machen. Zwar musste sich aus diesem Grund mit dem JC Rüsselsheim ein weiteres hessisches Damenteam aus dem Spitzensport verabschieden, doch JCW-Abteilungsleiter Philipp Eckelmann ist zuversichtlich: "Ich denke, dass wir unseren Kämpferinnen eine Perspektive bieten können." Der finanzielle Aufwand in der nächsthöheren Klasse sei nicht mit dem der Ersten Liga zu vergleichen, da weniger mit ausländischen Kämpferinnen gearbeitet werde.
Nun hat es das Team in der Hand. Da die Regionalliga erst Ende September beginnt, müssen sich die Judoka aber noch etwas gedulden. Grautegein sieht gute Chancen, "dass wir es auch diesmal in die Aufstiegsrunde schaffen". Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen mit den Gegnern aus der vergangenen Runde. Denn "eine Revanche wäre nicht schlecht", meint Lisanne Sturm.
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