JCW will an den Playoffs kratzen
12.11.05: 14:45
Von: Philipp Eckelmann
(Wiesbadener Kurrier vom 12.11.2005) Neuzugänge und höhere Zuschauerzahlen sollen die Zukunft des Judo-Bundesligisten sichern
hku. WIESBADEN Veränderungen. Darum geht es. Deshalb werden im Umfeld des Judo-Club Wiesbaden momentan unzählige Gespräche geführt, Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen. Acht bis zehn Kandidaten stehen auf der Wunschliste des Judo-Bundesligisten. Anfang Februar 2006 fällt der Hammer, soll in der Mannschaftsliste möglichst keine Lücken mehr geben und die Qualität ausreichen, "um ein wesentlich besseres Ergebnis zu erzielen als im Vorjahr", sagt Jürgen Grasmück, "wir wollen nicht mehr Vorletzter werden." Zumal dieser Rang in Zukunft verheerende Folgen haben könnte, wird doch Ende November bei der Bundesligatagung in Bad Homburg auch über einen möglichen zweiten Absteiger diskutiert. Ein Vorschlag, der gar keine schlechten Chance habe, angenommen zu werden, glaubt JCW-Coach Grasmück. "Aber wir wollen durchstarten, an den Playoffs kratzen." Platz vier oder fünf - ob das realistisch erscheint, weiß heute noch keiner einzuschätzen.
Es ist ja nicht so, dass das Geld, das durch den Rückzug des Frauen-Bundesligateams gespart werde, komplett der Männer-Elite zufließt. "Das Geld wird umverteilt, und ein klitzekleiner Betrag wird sicher auch dem Männerteam zur Verfügung gestellt. Aber der Etat wird dadurch nur minimal größer." Konkret: Minimal größer als 14 000 Euro. Das jedoch müsse reichen, um ein sportlich gleichwertiges Team auf die Beine zu stellen. "Mit einem Rumpfteam wollen wir nicht mehr antreten." Von den ausländischen Stars ist keiner abgesprungen, den Gesprächen mit dem deutschen Nationalkämpfer Manuel Müller will Grasmück positive Signale entnommen haben, außerdem seien unter den möglichen Neuen zwei, drei Athleten mit Bundesliganiveau, die anderen sollen an die erste Liga herangeführt werden. Aus der Jugend kommt in näherer Zukunft kein Judoka für höhere Aufgaben in Frage. In fünf bis acht Jahren vielleicht, "aber wer weiß", so Grasmück, "wie sich die heute 14-Jährigen bis dahin entwickelt haben".
Abseits der Matte basteln die JCW-Verantwortlichen an einem Konzept, wie sie die Bundesliga-Heimkämpfe für den Zuschauer wieder attraktiver gestalten können. "Dazu gehört natürlich auch, dass wir den Sponsoren die Sache schmackhaft machen." Von nichts kommt nichts, weiß Grasmück, der die unmittelbare Teambetreuung dem langjährigen Judoka Philipp Eckelmann überlassen hat und ferner als Mattenarzt zur Verfügung steht.
JCW-Bundesligatermine 2006: JCW - JC Leipzig (1. April), TSV Großhadern - JCW (3. Juni), JCW - JC Rodewisch (17. Juni), JCW - Moosburg (24. Juni), Esslingen - JCW (26. August), JCW - Ettlingen (16. September).
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