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Im Profil: Bundesliga Athlet Guido Lang

26.06.06: 11:24

Von: Wiesbadener Kurier/Tagblatt: Patrick Körber



Der Abstieg ist unmöglich, wenn der JCW sein Duell heute um 15 Uhr in der Halle am Zweiten Ring gegen den Judo-Bundesligisten aus Moosburg gewinnt. JCW-Schwergewichtler Guido Lang kann sein Scherflein dazu beitragen.



In Bedrängnis: Guido Lang (+100kg)

"Physisch bin ich momentan nicht ganz so gut drauf, dafür aber mental", lautet die Selbsteinschätzung von Guido Lang, der für den JC Wiesbaden in der Ersten Bundesliga kämpft. Heute steht um 15 Uhr der Kampf gegen den Tabellenletzten, die SG Moosburg, in der Halle am Zweiten Ring an.

 

Training steht für den 27-jährigen Lang derzeit nicht an erster Stelle. Stattdessen aber sein 16-monatiges Aufbaustudium in Paris. Investmentbanker wolle er werden, sagt der Schwergewichtler (über 100 kg). Die Konzentration auf seine berufliche Zukunft hat Langs Judo-Leistungen nicht geschadet. "Er hat gerade einen Lauf", meint Trainer Philipp Eckelmann. Somit gehört Lang in seiner Gewichtsklasse zur Topgarde des Erstligisten. Nur zuletzt zu Hause gegen Ippon Rodewisch kassierte der blonde Hüne gleich zwei Niederlagen.

 

Fit hält sich der Schwarzgurt bei einem Judoclub in Versailles. Und natürlich gehört auch Fitness- und Krafttraining zu dem Wochenprogramm des Studenten. - vor allem Arme, sein Selbstbefund: "meine Arme sind zu dünn". Nach einem leichten Bandscheibenvorfall müsse er auch auf seine Rückenmuskulatur achten. Er müsse beim Training allerdings die Balance halten, dass er zum einen mit den "Kraftmeiern" mithalten könne, aber auch zum anderen nicht an Schnelligkeit einbüße. Und natürlich gehört auch Joggen zu seinem Pensum. Aber der in Bad Homburg aufgewachsene Lang stöhnt: "Ich hasse Joggen." Seinen studiumsbedingten Trainingsrückstand könne er ganz gut mit Talent und Beweglichkeit kompensieren. "Es ist auch eine Gewichtsklasse, die es verzeiht, wenn man physisch nicht ganz auf der Höhe ist." Mit 105 Kilogramm Kampfgewicht gehört der 1,95 Meter große Dan-Träger eher zu den Leichtgewichten in seiner Klasse. Würde er fünf Kilo abspecken, könnte er eine Klasse tiefer kämpfen. Doch danach steht ihm nicht der Sinn. "Das ist mir zu stressig, auch noch auf meine Ernährung zu achten."

 

Mit sechs Jahren hat Guido Lang mit dem Judo bei der HTG Bad Homburg begonnen - auch Teamkollege Manuel Müller machte seine ersten Fallübungen in Bad Homburg. Während der Bundeswehr trat der Schwergewichtler 1998/1999 für Rot-Weiß Koblenz in der Zweiten Liga an. Seit dem Jahr 2002 ist Lang Mitglied in Wiesbaden. Es wären auch nur Rüsselsheim und Wiesbaden in Frage gekommen, "und der JCW hat mich umworben".

 

Mit 18 Jahren wurde Guido Lang deutscher Juniorenmeister und war in dieser Zeit im A-Jugend-Nationalkader. Zuletzt ist er auf den Offenen Belgischen Meisterschaften im vergangenen Jahr Fünfter geworden. Und in den Jahren 2003 und 2004 jeweils Fünfter auf den Deutschen Meisterschaften. Sein Ziel für die Zukunft: "Im Einzel noch einmal unter die Top drei zu kommen." Wenn er zum Kampf auf die Matte geht, habe er nur eines im Kopf: "Go! Würde ich Kampf erst noch nachdenken, wäre es zu spät", sagt der Judoka. Die Bewegungsabläufe seien programmiert - eben eintrainiert. Vor allem Hüfttechniken und Konter-Angriffstechniken zähle er zu seinen Spezialitäten.

 

Ans Aufhören denkt der Student, der vor seinem zweiten Abschluss steht, nicht. "Ich will so lange weitermachen, wie es der Beruf erlaubt."

 

Die Wiesbadener Judoka wollen heute unbedingt gewinnen, um auf keinen Fall mehr absteigen zu können. Die Aufgabe ist machbar. Die Aufsteiger aus Moosburg haben in dieser Saison noch keine Begegnung gewonnen. Dennoch: "Man darf den Gegner nie unterschätzen", sagt Trainer Patric Nebhuth, weiß aber: "Wir sind die Favoriten." So wird der JCW wohl mit Weltmeister Guillaume Elmont eine starke Mannschaft auf die Matte schicken - die genaue Aufstellung, bleibt aus taktischen Gründen geheim.





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