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Bundesliga: Innerhessischer Vergleich ist wieder möglich

14.04.07: 11:19

Von: FRANKFURTER RUNDSCHAU: OLIVER KAUER-BERK



Judoklubs aus Wiesbaden und Rüsselsheim starten in die neue Bundesligasaison



Guillaume Elmont, niederländischer Weltmeister im Bundesligadienst beim Judo-Club Wiesbaden, wird dem Abensberger Ole Bischof zum Rundenstart wohl keine Chance zur Revanche geben. Vor einer Woche hatte der herausragende Mann im Wiesbadener Kader gegen den Deutschen bei der Europameisterschaft in Belgrad im Kampf um die Bronzemedaille der 81-Kilogramm-Klasse gewonnen. Danach meldete sich Elmont bei Bundesligatrainer Philipp Eckelmann erst mal verletzt - Einsatz heute unwahrscheinlich.

 

Ohnehin wären die Hessen auch mit Elmont gegen den deutschen Meister und Europapokalsieger aus Niederbayern (16 Uhr, Sporthalle am Zweiten Ring) wohl chancenlos. "Natürlich", sagt Eckelmann, "könnten wir uns für unsere Öffentlichkeitsarbeit Besseres wünschen als eine einzukalkulierende Auftaktniederlage gegen den TSV Abensberg." Doch schwarzmalen wollen die Wiesbadener Schwarzgurte nicht, vielmehr sprühen sie in Presseerklärungen vor freudiger Erwartung: "Wir sind in diesem Jahr hervorragend aufgestellt und haben die Abgänge mit exzellenten Kämpfern ersetzt", steht dort geschrieben. Ziel sei das Erreichen der Finalrunde, also mindestens Platz vier in der starken Südgruppe. Ob diese Zuversicht angemessen ist? Der Kader ist nicht stärker einzuschätzen als im vergangenen Jahr, in dem der JCW die Runde als Sechster abschloss. Zwar haben die Hessen im 66-Kilogramm-Limit Nachwuchstalent Niklas von Freeden von Ligakonkurrent Ettlingen abgeworben und den jungen Niederländer Benjamin van Leeuwaarde (bis 100 Kilogramm) verpflichtet, doch dafür fehlt nun Florian Germroth. Die 81-Kilogramm-Hoffnung kehrt zu seinem in die zweite Liga aufgestiegenen Heimverein Samurai Offenbach zurück. Just zu einer Zeit, da Germroth mit dem Sieg beim Ranglistenturnier Ende März im niedersächsischen Godshorn in die nationale Elite aufgestiegen ist.

 

Klassenerhalt wahrscheinlich

 

Wichtig ist den Wiesbadener Judokas auch der nun wieder mögliche Vergleich mit dem Lokalrivalen JC Rüsselsheim. 2003 nach 34 Jahren ununterbrochener Erstligazugehörigkeit erstmals in die zweite Liga abgestiegen, ist der zweifache Europapokalsieger seitdem zu einer Fahrstuhlmannschaft geworden: zu stark für die zweite, aber zu schwach für die erste Klasse. Nun sind die Rüsselsheimer mal wieder in der Beletage angekommen, und einiges spricht dafür, dass sie 2007 drin bleiben, vor allem die neu eingeführte Relegation der beiden letztplatzierten Erstligisten gegen die beiden ersten Teams der zweiten Liga. Rüsselsheims Manager Eric Zymna hat dennoch "den Ehrgeiz, in der normalen Runde die nötigen Punkte zu bekommen", ist aber sicher, "nur gegen Wiesbaden und Leipzig eine Chance" zu haben. Gegen andere will Rüsselsheim sich "elegant aus der Affäre ziehen". Etwa zum Auftakt heute beim JC Ettlingen.

 

Wie bei vielen Ligakonkurrenten hängen auch beim JC Rüsselsheim die sportlichen Chancen zuvorderst davon ab, wie gut die vier Ausländerstartplätze pro Begegnung besetzt werden. Immerhin ist der EM-Zweite Siarhei Shundzikau aus Weißrussland an Bord geblieben. Mit Hilfe eines Kontaktmanns in Italien wurde zudem der internationale Top-Schwergewichtler Paolo Bianchessi angeheuert. Den Wind bekam der JCR dennoch aus den Segeln genommen. Wie Trainer Andreas Esper bestätigte, waren die Rüsselsheimer mit den drei deutschen Nationalmannschaftskämpfern Benjamin Behrla, Jonas Focke und Christophe Lambert vom Nordgruppenklub SU Witten-Annen so gut wie einig. Zwei Wochen vor Meldeschluss sprangen die Hoffnungsträger aber ab, sie bleiben im Ruhrgebiet. Mit den aufgrund der freiwilligen Ausländerbeschränkung so wichtigen deutschen Spitzenathleten hätte sich der JC Rüsselsheim in der Bundesliga-Hierarchie nach oben katapultiert. Ohne sie ist der Klub mit seiner dünnen deutschen Decke weiterhin für die Gegner "einfach auszurechnen", wie Esper durchaus frustriert feststellt.





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