Bundesliga: Germroth schneller als schnell
18.09.06: 09:20
Von: Wiesbadener Kurier: Tobias Goldbrunner
JCW-Talent mit Lichtblick bei klarer Niederlage gegen den JC Ettlingen
Am Ende war es die erwartete Niederlage: Mit einem 4:10 gegen den JC Ettlingen haben die Judo-Männer des JC Wiesbaden die diesjährige Bundesligasaison abgeschlossen - Grund zur Freude gab es im Lager der Kurstädter dennoch.
Schnell sollte es gehen. Sehr schnell. Wenn überhaupt eine Revanche drin sei, dann nur mit einem Blitzangriff. "Ich war nach dem ersten Kampf richtig platt", gestand Florian Germoth, die Arme "fest wie Blei". In Durchgang eins hatte das 21-jährige Nachwuchstalent aus Offenbach in Diensten der Wiesbadener Bundesligaauswahl dem deutschen Vizemeister Dennis Huck zwar über knapp drei Minuten einen beherzten Fight geliefert, sich letztlich jedoch im Bodenkampf dem Favoriten vom JC Ettlingen geschlagen geben müssen. Die JCW-Trainer Patrik Nebhuth und Philipp Eckelmann gaben ihrem Schützling dennoch eine zweite Chance, und auf Ettlinger Seite sollte der frühere U20-Europameister Huck noch einmal zum Zuge kommen. Und so war die Bühne frei für das "ganz besondere Highlight" (Eckelmann) an einem Kampftag, an dem die Wiesbadener vor 150 Zuschauern gegen den mit einem Topaufgebot angereisten Gast aus Baden ansonsten kaum mithalten konnten.
Fast schon schneller als schneller, das sind auch im Judo acht Sekunden. Zugreifen, zwei Schritte zur Seite. Abtauchen, den Triumph genießen. Hoffnungslos mit 1:8 lag der JCW bereits gegen die Ettlinger zurück, die unbedingt punkten mussten, um die Playoff-Teilnahme zu sichern, als Youngster Germroth Huck "abschoss". "Für Florian freut es mich besonders, so ein Coup hatte sich zuletzt angebahnt", strahlte Eckelmann, obwohl er selbst zwei Mal den Kürzeren zog. Bei der sensationellen ersten Weltcup-Medaille Anfang Juli in Istanbul hatte Germroth bereits für einen Paukenschlag gesorgt, mit Huck nun einen der drei besten deutschen 81-Kilo-Leute bezwungen. Sein erster Sieg zum Abschluss der Saison, die der JCW auf Rang sechs weit zwischen Abstieg und Viertelfinale beendetet.
"Das Ergebnis gegen Ettlingen klingt natürlich hoch", meint Eckelmann. "Aber wie gesagt: Vom Papier waren wir klar schwächer, zu Gewinnen hatten wir auch nichts mehr, da ging es eigentlich nur noch um einzelne Höhepunkte." Neben Germoth tat sich dabei auch Superleichtgewichtler Nizar Lahouague hervor, der Frank Bartone zwei Mal schlug. Erst souverän, dann durch eine engagierte Aufholjagd mit einer Fußtechnik zehn Sekunden vor Schluss. Und auch Vasily Cudivovic (bis 73 kg), der kaum Einsätze erhalten hatte, fand zum Ende der Runde noch ein versöhnliches Erlebnis mit einem Sieg über den ehemaligen Deutschen Meister Stefan Döring. Cudivovic vertrat damit Manuel Müller, der familiär verhindert war. Für Schwergewichtler Guido Lang (Beruf) kam erstmals der spanische Titelträger Angel Parra zum Zuge. Jedoch ohne Chance gegen Weltklassemann Vyacheslav Berduta.
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