Bundesliga: Ein Müller ist zu wenig
23.04.07: 08:21
Von: Wiesbadener Kurier: Henning Kunz
Nach einem Bundesligakampf, "den wir uns ganz anders vorgestellt haben", wie der Trainer des 2:9 unterlegenen Judo-Club Wiesbaden, Philipp Eckelmann, eingesteht, schrumpfen die positiven Aspekte auf ein Minimum zusammen. Konkret: Es gibt nur einen Lichtblick und der heißt - wie zum Auftakt vor einer Woche - Manuel Müller. Der 73-Kilo-Mann setzte sich zweimal mit einer kleinen Wertung gegen den Esslinger Thomas Kessler durch. Er beschönigte nicht nur das Teamergebnis, sondern bescherte sich selbst das gute Gefühl, gegen einen Spitzenmann gewinnen zu können. Müllers Empfehlung für höhere Aufgaben: Vier Bundesligakämpfe, vier Siege. Noch Fragen?
Was Manuel Müller angeht: keine. Was den JCW angeht: viele. Dabei sollte die Tatsache, gleich zu Beginn der Saison den beiden stärksten Teams begegnet zu sein, nicht als Alibi vorgeschoben werden. Die deutschen Athleten (bis auf Müller) sind offenbar momentan nicht in der Lage, Punkte zu holen. Die als Punktelieferant für nicht wenig Geld verpflichteten ausländischen Judoka, dieses Mal der Spanier David Perez und der Niederländer Benjamin van Leeuwaarde, haben zwar drei Kämpfe nicht verloren, allerdings erneut keinen gewonnen. "Das mit den Ausländern klappt noch nicht so, wie wir es uns vorstellen", sagt Eckelmann und in Anbetracht der mäßigen Zwischenbilanz (acht Kämpfe, kein Sieg, vier Remis, vier Niederlagen) ist das sehr freundlich ausgedrückt.
Gedanklich sind die beiden Niederlagen abgehakt, der Fokus richtet sich auf den Heimkampf gegen Ettlingen am Samstag in vierzehn Tagen. "Da rechnen wir uns etwas aus", sagt Eckelmann und verspricht: "Wir werden eine Mannschaft stellen, mit der der Heimsieg machbar ist." Ob Guido Lang bis dahin wieder fit ist, erscheint fraglich. Das Schwergewicht verletzte sich an der Schulter.
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