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Bundesliga: Das späte Pech der Tüchtigen

19.06.06: 12:08

Von: Wiesbadener Kurier/Tagblatt: Patrick Körber



Sie rackerten sich ab, mussten sich zu Hause aber Ippon Rodewisch mit 5:9 geschlagen geben. 200 Zuschauer sahen in der Halle am Zweiten Ring einen packenden Bundesliga-Kampf des Judoclubs Wiesbaden.



Manuel Müller (hier im Kampf gegen Roman Schulze)

"Ein bisschen mehr Glück", seufzt JCW-Trainer Patric Nebhuth, "dann hätten wir auch gewinnen können." Mit fünf von 14 gewonnenen Kämpfen unterliegt der JC Wiesbaden gegen die Judokas von Ippon Rodewisch. "Das Ergebnis sieht deutlicher aus als es war", urteilt Nebhut. Zumindest ein Unentschieden gegen die Favoriten aus Sachsen wäre so wichtig gewesen, um die Chance auf die Playoffs am Ende der Saison aufrecht zu erhalten. Mit der Niederlage rutscht der JCW auf den vorletzten Tabellenplatz ab.

 

Die Fans erleben in der Halle am Zweiten Ring eine packende Bundesliga-Begegnung auf der Matte. Der Weltmeister von 2005, Guillaume Elmont (-90kg), bringt die Gastgeber vom JC Wiesbaden zunächst souverän in Führung. Nachdem er Stefan Friebe mit einem tief angesetzten Schulterwurf auf die Matte zwingt, hält Elmont ihn im Haltegriff bis zum Punktsieg am Boden fest. Schwergewichtler Guido Lang (+100kg) bearbeitet seinen Kontrahenten Timo Bierau mit zahlreichen Fußfegern und -sicheln. Dann im letzten Moment eine Unaufmerksamkeit. Bierau dreht sich ein. Wurf und vorzeitiger Punktsieg. Auch Florian Germroth (-81kg) bleibt das Glück des Tüchtigen versagt. Er geht mit der kleinsten Wertung in Führung, sein Gegenüber von Ippon Rodewisch, Roman Schulze, gleicht aus. Doch spät, zehn Sekunden vor Schluss hat der aktivere Germroth Pech, lässt sich an den Beinen ausheben, so dass Schulze gewinnt.

 

Dagegen überzeugt JCW-Judoka Manuel Müller (-73kg) im ersten Kampf mit variablen Techniken. Mit einem anspruchsvollen Ausheber über die Schulter (Schulterrad) wirft er den Rodewischer Tim Prellwitz zu Boden. Mit einem Handwurf-Konter macht Müller dann den Sack zu. Ebenfalls mit einem Konter, einem Überkopfwurf, legt JCW-Leichtgewicht Nizar Lahouague Lazlo Burjan auf die Matte und siegt.

 

Im zweiten Durchgang haben die Wiesbadener den Sachsen nicht mehr viel entgegenzusetzen. Nur Elmont und Lahouague mit einem astreinen Hüftfeger gewinnen ihre Kämpfe. So hat JCW-Coach und Kämpfer Philipp Eckelmann (-100kg), der eine Klasse höher antritt, keine Chance gegen den schwereren Daniel Hadfi. Mehrfach hängt Eckelmann nach Aushebern in der Luft, kann sich schließlich nicht mehr herausdrehen und verliert. Manuel Müller rackert, kann sich aber nicht zum Wurf eindrehen und unterliegt. "Ein knappes Ding", so Müller.

 

"Unsere Personaldecke ist zu dünn", analysiert Trainer Patric Nebhuth. "Wir sind zu leicht auszurechnen." Deshalb will sich der JCW in der Sommerpause um Verstärkung kümmern. Jetzt geht der Blick aber auf die Begegnung zu Hause gegen den Tabellenletzten Moosburg am kommenden Samstag . "Da ist ein Sieg einkalkuliert", so Nebhuth. "Wir sind die Favoriten", meint Judoka Müller.





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