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NEWS der JUDO-Abteilung

"Bei uns weht ein frischer Wind"

16.04.07: 08:43

Von: Wiesbadener Kurier: Manfred Schelbert



Das Wunder blieb aus. Am ersten Kampftag der Judo-Bundesliga verlor der JC Wiesbaden vor

 

250 Zuschauern in der Sporthalle am 2. Ring gegen den amtierenden Deutschen Meister und Europapokalsieger TSV Abensberg mit 4:9.



Ließ Judo-Star Michael Jurak gehörig schwitzen: JCW-Neuzugang Benjamin van Leeuwaarden (rechts) erkämpfte gegen den Olympiadritten von Athen immerhin ein Unentschieden.

Irgendwie sprach das Bild Bände. Wie ein Fisch an der Angel zappelte Schwergewichtler Guido Lang in den Fängen seines Kontrahenten Andreas Tölzer. Wie Schraubzwingen umklammerten die Arme des Bronzemedaillen-Gewinners der letzten Europameisterschaften den Körper des Wiesbadeners. Wenig später war der Kampf vorbei, hatte Tölzer den ersten Punkt für die Niederbayern eingefahren.

 

Acht weitere Siege sollten für den Vorzeigeclub des deutschen Judosportes noch folgen. Dass am Ende ein deutlicher Sieg des TSV Abensberg auf der Wettkampfliste stehen würde, war so erwartet worden. "Das ist kein Beinbruch für uns", blies JCW-Coach Patric Nebhuth deshalb keineswegs Trübsal. Im Gegenteil, die gezeigten Leistungen seiner Schützlinge machen Mut für den Rest der Saison. "Darauf lässt sich aufbauen."

 

Überhaupt Nebhuth. Gewohnt impulsiv feuerte der ehemalige Spitzen-Judoka seine Schützlinge vom Mattenrand aus an. Und auch die übrigen Mannschaftsmitglieder gingen engagiert mit. Der erste Eindruck vom neuen JCW-Team: die Stimmung im Kader ist hervorragend. "Hier weht ein frischer Wind", freute sich Manuel Müller. Sowohl gegen Fabian Seidlmeier als auch gegen Stefan Kneitinger zeigte der Nationalmannschafts-Kämpfer, was in ihm steckt. Ein Ausheber, ein blitzschneller Konter und schon hatte er seine beiden durchaus unbequemen Gegner in die Schranken verwiesen. Seine Taktik? "Locker bleiben und nichts überstürzen."

 

Niklas von Freeden heißt ein neuer Hoffnungsträger des JC Wiesbaden. Gerade einmal 18 Jahre alt, ist der junge Mann, der aus Osnabrück den Weg an den Rhein gefunden hat und zwei blitzsaubere Siege gegen die Brüder Liebl auf die Matte zauberte. "Niklas ist ein großes Talent", hält Patric Nebhuth große Stücke auf seinen Youngster, dessen großes Ziel in diesem Jahr die U20 Europameisterschaft ist. Warum er nach Wiesbaden kam? "Hier werde ich ständig eingesetzt und kann viel Erfahrung sammeln."

 

Ein Modellathlet, das ist der erste Eindruck vom zweiten JCW-Neuzugang. Der Name ein Zungenbrecher. Benjamin van Leeuwaarden. Locker, lässig, auf neudeutsch cool, trat der junge Holländer bei seinem Debüt am 2. Ring auf. Dazu passt auch die Soulmusik, mit der er sich per Walkman auf seine Kämpfe einstimmte. Und sein Auftaktgegner war gleich ein Riese. Ein Judo-Denkmal. Michael Jurak, Olympiadritter von Athen. Im ersten Kampf zahlte van Leeuwaarden noch Lehrgeld, im zweiten erreichte er immerhin ein Unentschieden. Entsprechend zufrieden war der Holländer, der auch schon in der ersten belgischen und italienischen Liga kämpfte. "Hier ist das Niveau viel höher", gestand er. Was auch ihm auffiel: "Hier herrscht ein toller Teamgeist." Und der kann für manchen Sieg gut sein. Wenn der Gegner mal nicht TSV Abensberg heißt.





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