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Was ist Judo?

Das Wort Judo setzt sich zusammen aus den japanischen Begriffen ju (=edel, vornehm, sanft) und do (=Weg, Grundsatz, Prinzip). Eine mögliche Übersetzung des Wortes Judo ist also "sanfter Weg". Judo entwickelte sich aus dem Ju-Jutsu, einer in Japan gepflegten Form der Selbstverteidigung. Deren genaue Herkunft liegt im dunklen; doch ist anzunehmen, dass diese Kampfkunst bereits vor dem 10. Jahrhundert ihren Weg von China nach Japan gefunden hat.

 

Seit dem 16. Jahrhundert wurde Ju-Jutsu von der in Japan ansässigen Ritterkaste, den Samurai, für das Kriegshandwerk weiterentwickelt und dazu als Geheimwissenschaft innerhalb dieser Klasse gepflegt. Mit der Meiji-Restauration in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts verloren die Samurai ihre Bedeutung als staatsbeherrschende Kaste. Damit geriet auch das Jiu-Jitsu in Vergessenheit.

 

Jigoro Kano entwickelte aus Ju-Jitsu das heutige Judo. Er wählte die effektivsten Techniken (im Sinne des Prinzips Seiryoku zen´yo) aus und führte das Prinzip der "maximalen Wirkung" (Seiryoku zen´yo) als dasjenige grundlegende Prinzip ein, welches sein Kodokan Judo vom Koryu Jujutsu unterschied. Professor Kano wollte in seinem Judo nicht nur die Möglichkeit zur körperlichen Betätigung sehen; vielmehr betrachtete er diese Kampfkunst auch als ein Erziehungssystem zur Ausbildung der Persönlichkeit auf der Grundlage des Zen-Buddhismus. Um seine Erziehungsideale zu verwirklichen, schuf Kano 1882 in Tokio den "Kodokan" , die "Schule zum Studium des Weges".

 


Jigoro Kano



Jigoro Kano

Jigoro Kano wurde am 28. Oktober 1860 in der Stadt Mikage in Japan geboren. Er hatte zwei Brüder und zwei Schwestern.

1871 zog er mit seiner Familie nach Tokyo, wo er ab 1877 an der "Tokyo Teikoku" der Kaiserlichen Universität studierte und später seinen Doktortitel in Philosophie und Politikwissenschaften ablegte.

Im Jahre 1877 begann Kano mit dem Training des Ju-jitsu. Obwohl er mit 17 Jahren schon relativ alt war, lernte er schnell und konnte sein Wissen durch mehrere Meister festigen. Bereits 1882 gründete Kano seine eigene Schule, den Kodokan.

Am 4. Mai 1938 starb Jigoro Kano auf einem Schiff an einer Lungenentzündung, als er von einem Treffen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach Hause fahren wollte.

 

 


Judo Geschichte in Japan

Stichworte_zur_Geschichte_des_Judo_in_Japan__bis_1938_.pdf

Judo Geschichte in Deutschland

Stichworte zum Vortrag über die Geschichte des Judo im Rahmen der Trainer-Fortbildung
(gehalten am 23. November 2009 von Klaus Hanelt, Referent für das Prüfungswesen im HJV e.V.)

 

  • 1906 Freundschaftsbesuch japanische Kriegsschiffe in Kiel. Matrosen führten dem deutschen Kaiser ihre Nahkampfkünste vor. Wilhelm II. war begeistert und ließ seine Kadetten in der neuen Kampfkunst unterrichten.

  • 1906 Erich Rahn gründet in Berlin die erste Jiu-Jitsu-Schule, er unterrichtet Polizei und Militär

  • 1922 Gründung des 1. Deutschen Jiu-Jitsu-Clubs in Frankfurt/M durch Alfred Rhode; Gründung des 1. Judo-Clubs in Berlin und des Judo-Clubs Wiesbaden

  • 1926 fanden in Köln im Rahmen der 2. Deutschen Kampfspiele die ersten Deut-schen Judo (Jiu-Jitsu)-Meisterschaften statt.

  • 1927 Jiu jitsu wird in Arbeitersportvereinen betrieben (Borrmann, Erich „Jiu jitsu, der Sport des geistigen Arbeiters“, Reclams Universum 1927)

  • 1929 erster internationaler Wettkampf gegen Budokwai London

  • 7.-12.8.1932 erste Internationale Judo-Sommerschule in Frankfurt/M (sog. Geburtsstunde des Judo in Deutschland)

  • 11.8.1932 Gründung des Deutschen Judoringes; erster Vorsitzender Alfred Rhode

  • 11.8.1932 Gründung der EJU

  • 1933 wurde der Name Judo offiziell in Deutschland eingeführt. Kano besucht mit hochrangigen Schülern Deutschland und gibt Lehrgänge in Berlin und München.

  • 1945-1948 Verbot durch die Alliierten Besatzungsmächte

  • 1948-1956 Aufbauarbeit in kleinsten Gruppen

  • 19.07.1952 Gründung des "Nordrhein-Westf. Judoringes" (Frantzen) 20.09.1952 Gründung des DDK in Stuttgart

  • 31. Juli 1955 Konstituierende Versammlung von 12 Landesverbänden in Frankfurt, Gründung des DJB

  • 1956 Aufnahme in den DSB

  • 1964 erstmals Olympische Spiele im Judo (Tokio), Wolfgang Hofmann gewinnt Silber im Mittelgewicht und Klaus Glahn Bronze in der Allkategorie

  • 1969 Einführung der Judo-Bundesliga

  • 1970 Verbot für Frauenwettkämpfe wird aufgehoben

  • 1971 der Deutsche Judo Bund richtet zum erstenmal Weltmeisterschaften in Ludwigshafen aus.

  • 1972 bei den Olympischen Spielen in München gewinnen Klaus Glahn Silber, Paul Barth und Dietmar Höttger Bronze.

  • 1972 wird Judo in einige Lehrpläne für den Schulsport aufgenommen.

  • 1976 bei den Olympischen Spielen von Montreal gewinnt Günther Neureuther Silber.

  • 1979 Detlef Ultsch wird in Paris der erste Deutsche Weltmeister.

  • 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau wird Dietmar Lorenz erster Deut-scher Olympiasieger (offene Klasse) zusätzlich gewinnen Harald Heinke, Karl-Heinz Lehmann, Dietmar Lorenz (Schwergewicht) und Detlef Ultsch Bronze.

  • 1982 Barbara Claßen wird in Paris erste Deutsche Weltmeisterin

  • 1983 gewinnen Andreas Preschel und Detlef Ultsch in Moskau die Weltmeister-schaft.

  • 1984 Frank Wieneke gewinnt bei den Olympischen Spielen in Los Angeles Gold, Günther Neureuther und Arthur Schnabel gewinnen Bronze.

  • 1987 Der Deutsche Judo Bund richtet in Essen zum zweiten Mal Weltmeisterschaf-ten aus. Alexandra Schreiber wird Weltmeisterin.

  • 1988 bei den Olympischen Spielen von Seoul gewinnen Sven Loll, Marc Meiling, Henry Stöhr und Frank Wieneke Silber, Torsten Brechot Bronze.

  • 1990 der Deutsche Judo Bund und der Deutsche Judo Verband der DDR vereinigen sich.

  • 1991 Frauke Eickhoff, Udo Quellmalz und Daniel Lascau gewinnen in Barcelona die Weltmeisterschaft

  • 1992 Frauenjudo wird olympisch, bei den olympischen Spielen in Barcelona gewin-nen Udo Quellmalz und Richard Trautmann Bronze

  • 1993 Johanna Hagn wird in Hamilton Weltmeisterin

  • 1995 Der Deutsche Judo Bund verabschiedet die erste gesamtdeutsche Prüfungs-ordnung für Kyu-Grade, welche nicht der Gokyo, sondern modernen, methodisch-didaktischen Gedanken folgt; Udo Quellmalz wird zum zweiten Mal Weltmeister in Tokio.

  • 1996 Udo Quellmalz wird bei den Olympischen Spielen von Atlanta Deutschlands dritter Olympiasieger, Johanna Hagn, Frank Möller, Marko Spittka und Richard Trautmann gewinnen Bronze.

  • 2000 bei den Olympischen Spielen von Sidney gewinnt Anna-Maria Gradante Bronze.

  • 2001 der Deutsche Judo Bund richtet zum dritten Mal Weltmeisterschaften, diesmal in München aus.

  • 2003 Florian Wanner wird Weltmeister in Osaka.

  • 2004 Der Deutsche Judo Bund verabschiedet das neue, komplett überarbeitete und modernisierte Kyu-Prüfungsprogramm. Bei den olympischen Spielen von Athen wird Yvonne Bönisch als erste Deutsche Frau Olympiasiegerin; Anett Böhm, Michael Jurack und Julia Matijass gewinnen Bronze.

  • 2008 Frank Wieneke führt als Bundestrainer 24 Jahre nach seinem eigenen Olympiasieg seinen Athleten Ole Bischof in Peking zur Goldmedaille

  • 2009 DJB schreibt die Dan Prüfungs Ordnung fort (Kyu- und DanPrO jetzt aus einem „Guss“)



 
 

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